Essen packt an!

Fubiko No. 5 (von Carsten und Mona)

Bericht zum Fubiko No.5 am 17.02.2018 (Carsten und Mona)



-Carsten-

Gleich vorweg möchte ich sagen, dass es das schönste und aus meiner Sicht erfolgreichste Fubiko war, das wir jemals hatten.

Mein Tag begann wie immer schon sehr früh am Morgen. Denn gegen 8:00 Uhr in etwa muss ich unsere Backspenden und bestellten Brötchen von Bäcker Peter abholen. Die Brötchen wurden dann nach der Abholung in unserer Garage zwischengelagert, von wo ich sie dann gegen 15:30 Uhr wieder abholte.

Denn heute war ein ganz besonderer Tag, der sich nur alle 2 Monate wiederholt. Heute ging es mal nicht wie sonst üblich mit dem Suppenfahrrad auf Tour. Heute war

Fubiko No.5 angesagt. Fubiko bedeutet „ Von Fuß bis Kopf“. Dazu gehören Füße waschen und Fußnägel schneiden. Fingernägel maniküren und Haare schneiden. Und das alles natürlich nicht auf der Straße, sondern in einem neuen Gebäude, das man uns zur Verfügung gestellt hat. Das Hotel „Zum deutschen Haus“ in der Kastanienallee 16 in der Essener Innenstadt.

Dort hin also fuhr ich mit meinem Auto die abgeholten Brötchen und Backwaren. Gegen 15:45 Uhr trafen dann auch Petra und Christian ein. Petra übergab mir die frisch gespülten Einsätze von unserem Suppenfahrrad. Zusammen mit den Thermoboxen fuhr ich dann heute auch zum 1. Mal zu einem neuen Spenderrestaurant: Dem Restaurant VillaVue in Bredeney. Es gab Grünkohl-Eintopf in zwei Varianten. Einmal mit leckerer Mettwurst und einmal für unsere Vegetarier mit Tofu-Gehacktes. Vielen Dank hier an Britta vom Restaurant VillaVue, die am Vortag noch nach ihrem Feierabend für uns das Essen zubereitete.

Gegen 16:30 Uhr fuhr ich das Essen zurück zu unserer Fubiko Location, wo Christian und Mic schon auf mich warteten. Da das Essen am Vortag zubereitet worden war, musste es noch aufgewärmt werden. Dies konnten wir diesmal in der Großküche des ehemaligen Hotels machen und benötigten nicht wie sonst üblich das Suppenfahrrad. Weitere Helfer waren Dirk, Cristina, Markus C., Markus P., Gudrun, Hotti, Justin P., Kadir, Sarah, Adham, Axel S., Mustafa und viele mehr, an deren Namen ich mich nicht erinnern kann.

Um 17:00 Uhr trafen dann auch schon die ersten OFWler und Bedürften ein. Denn die waren in den Wochen zuvor auf unseren Suppenfahrrradtouren ausgiebig mit Informationen über Uhrzeit und Ort unserer Fubiko Location versorgt worden. Petra sorgte wie immer für die ausgiebige Fußpflege der Obdachlosen und Mona mit ihrem Friseurchef Gordon für das Haare schneiden. Umso überraschter waren wir alle, als dann kurz nach 17:00 Uhr Frau Omeirat vom Friseursalon Warda Beauty Center mit 3 Angestellten kam, um mit der Haarschneideaktion Mona und Gordon zu unterstützen. Doch dies war aus Platzgründen im ehemaligen Hotel gar nicht möglich. Frau Omeirat sprach sich dann mit Mona ab, um einige Bedürftige zu ihrem Friseursalon zu bringen. Der Salon ist nur 400 Meter vom ehemaligen Hotel fußläufig erreichbar.

Frau Omeirat lernte ich zufällig kennen, als ich vor 14 Tagen etwas früher vom Suppenfahrrad zu meinem Auto lief. Sie stand zufällig draußen vor ihrem Laden und sie bemerkte meine grüne EPA Weste und wollte wissen, was wir denn so machen. Da gab ich ihr Auskunft und erzählte auch von unserer Fubiko Aktion und dass wir dringend noch ehrenamtliche Friseure gebrauchen können, um Mona und Gordon zu entlasten. Sie war total gerührt von unserer Aktion und gab mir sofort zu verstehen, dass sie das gerne unterstützen möchte. Und so brachte ich am Fubiko-Abend immer wieder zwischendurch einige Bedürfte zu Fuß zum Friseursalon von unserem Hotel zum Warda Beauty Center. Einige Bedürftige waren sehr gerührt von dieser Aktion. Viele von ihnen haben wohl schon seit einigen Jahren keinen richtigen Friseursalon mehr von innen gesehen und konnten ihr Glück kaum fassen.

Unterdessen wurde es im ehemaligen Hotel immer voller. Im ehemaligen Hotel Restaurant waren nahezu alle Plätze ausgebucht. Es fanden viele Gespräche auf Augenhöhe mit den Bedürftigen statt, was viele von ihnen besonders gerne mögen. Die Bedürftigen genossen alle den tollen Abend. Sie konnten an den Tischen sitzen und den leckeren Grünkohl genießen. Viele Bedürftige lobten das leckere Essen, fragten nach einem Nachschlag.

Gegen 18:30 Uhr habe ich dann außerhalb der Fubiko Aktion noch von Sandra L. von der SATTiertafel Essen e.V., die uns auch bei der Fubiko Aktion unterstützte, noch eine komplette Pflege- und Futterausstattung für 2 Katzen erhalten, die nach Altenessen gefahren werden mussten. Dort werden zurzeit von einer Familie 2 Katzen für 4 Monate gepflegt (Wir hatten dazu vor einiger Zeit eine Suchanfrage gestartet)

Als ich dann gegen 19:30 Uhr von der Fahrt nach Altenessen zur Fubiko Location zurückkam, fragte mich Petra, ob ich einen jungen OFWler zur Suchtstelle bringen könne, da er sonst auf der Straße schlafen müsse. Bei dieser Gelegenheit lernte ich auch Jonathan kennen, der als Sozialhelfer mit dem OFWler auch dabei war. Mit beiden fuhr ich dann zur Suchtstelle in Essen. Bei der Suchtstelle war wohl kein Platz frei. Dann sind wir gegenüber in die Lichtstraße zur Notschlafstelle gegangen. Dort wollte man den jungen Mann wegen eines ausgesprochenen Hausverbots nicht aufnehmen. Wenigstens gab man uns dort aber die Adresse von der Notschlafstelle in Bochum. Der junge Mann hatte sich eigentlich schon mit seinem Schicksal abgefunden, die Nacht bei -1°C auf Isomatte und Schlafsack zu verbringen. Ich konnte mich mit diesem Gedanken nicht abfinden. Und so habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, den Mann zur Notschlafstelle nach Bochum zu fahren. Jonathan kam auch mit. In Bochum wurde der junge Mann dann anstandslos zumindest für diese kalte Nacht zumindest.

Als ich gegen 20:30 Uhr nach Essen zurückkam, trafen wir noch ein paar Leute im Felis an und beendeten die sehr interessante Aktion noch mit einem Bierchen.

-Mona-

Es war grandios, überwältigend und einfach nur klasse!

Erstmal liebsten Dank an die Feli, die uns die Räumlichkeit in ihrem neuen Hostel zur Verfügung gestellt hat. Wir haben absolut jeden cm dieser Räumlichkeit sinnvoll genutzt. Auch danke an ihre Mama, die uns den ganzen Abend tatkräftig mit der Küchenchefin des Hauses zur Seite stand.
Auch ein Mega-danke an Britta Peper, die für uns in der VillaVue einen sauleckeren Grünkohl mit und ohne Fleisch gezaubert hat. Es ist wirklich kein einziges Kartöffelchen übrig geblieben. Eigentlich kann ich nicht aufhören, für diesen Abend jedem zu danken. „Danke“ wird in dem Bericht bestimmt noch einige Male fallen.

Um 15.30 Uhr kamen die ersten Helfer und um 16.00 Uhr waren wir alle schon vollzählig mit ca. 30 Leuten, sodass wir schnell anfangen konnten, uns zu sortieren und aufbauen. Die Fußpflegerinnen Petra und Susanne haben es sich neben der Bar gemütlich gemacht, Klamotten- und Hygieneausgabe gab es in der Bar, Axel hat sich einen Bereich genommen, um dort leckeren Kaffee und weitere Getränke auszugeben, wir vier Friseure haben uns in einem Nebenraum bereitgemacht, die Küche, in der wir den Grünkohl warmhalten konnten, wurde von Micha und Carmen auf Trab gehalten, Sandra hat ein Eckchen gefunden, um dort die Fingernägel chic zu machen, und ansonsten hatten wir die Daniela, die Maren, die beiden Justin’s, Hotti und Guddi und noch viele andere, die den Abend echt perfekt haben werden lassen.

1000x danke an Carsten, der zum ersten den Eintopf vom Arsch der Welt geholt hat und zum zweiten, weil er einen richtig tollen Kontakt zu einem anderen Friseur ziemlich gegenüber unserer Räumlichkeit geknüpft hatte, sodass wir an dem Abend einige unserer Gäste zum Warda Beauty Center schicken konnten. Auch ein dickes Küsschen und eine fette Umarmung an die Chefin des Salons, mit der wir wohl in Zukunft weiter zusammenarbeiten werden. Dazu in den nächsten Wochen mehr!

An dem Abend hatten wir ca. 90 Gäste, 50 Haarschnitte, 10x Füße, 10x Hände, unzählige Kaffees und Essen. Und natürlich richtig tolle Gäste, die den Abend sehr bei uns genossen haben. Ich weiß gar nicht, wie viel danke ich an dem Abend gehört habe. Achtung! Muss nicht erwähnt werden!

Tatsächlich ist es in all der Zeit zum ersten Mal zu einer Verweigerung eines Gastes gekommen, weil keiner von uns das verantworten konnte, diesen aus gesundheitlichen Gründen zu bedienen. Der Gast hat von uns eine Mahlzeit und was zu trinken bekommen. Aber leider war uns der körperliche Kontakt wegen der zahlreichen Krankheiten zu gefährlich.