Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 08.09.2015 von Ingrid

Pünktlich um 18 Uhr starteten wir dank Birgit, Viola und Eli am Nord.
dort warteten bereits Melanie S., Benjamin, 2 neue Helfer: Christian und Elke sowie Rebecca aus der Anfangszeit von Warm durch die Nacht. Nach 5 Monaten war sie wieder dabei, super!
Unsere Neuen Chucki (Christian) und Elke waren sofort integriert, wie schon in den vorherigen Touren unsere Neuzugänge. Das macht richtig Spaß.
Micha brachte wieder Brot und Gebäck von Förster zu unserer Linsensuppe und Hühner-Nudelsuppe.
Wolfgang Freye, OB Kandidat der Linken, schaute zum Tourbeginn vorbei und versprach uns, nach dem Wahlkampf mit uns zu Laufen.
Nach einer halben Stunde am Nord zogen wir los und unser Sparschwein war bereits mit 2 großzügigen Spenden gefüllt.
Zum ersten Mal platzierten wir uns direkt am Haupteingang der Marktkirche, da unser alter Stellplatz nicht mehr zur Verfügung steht. Wir wurden, wie immer, schon sehnsüchtig erwartet. Bei der Suppenausgabe entstand schon eine fast familiäre Stimmung.
Die ersten Kleidungsstücke verließen unseren Bollerwagen und erfreuten ihre neuen Besitzer.
Relativ zügig ging es dann weiter zum Hbf. Wir immer, in der letzten Zeit, startete dort ein regelrechter Run auf Alles, was wir mit uns führten.
Allerdings saß die junge A. mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden. Melanie und Micha H. kümmerten sich um sie und riefen schließlich einen Krankenwagen. Micha begleitete sie zum Krankenhaus.
Dann kam, als es etwas ruhiger wurde, unser G. mal wieder nach uns schauen und fragte vorsichtig nach einem Schlafsack. seiner war vor längerer Zeit gestohlen worden und er besaß nur noch eine Decke.
Wie glücklich er war, als ich einen aus dem Bollerwagen zauberte.
Die ein oder andere Süßigkeit wechselte noch den Besitzer.
Alles lief wieder super reibungslos, obwohl so viele "Neue" dabei waren.
Der große Heißwasserbehälter war viel zu schnell leer und wir mussten leider lange auf neues heißes Wasser warten.
Für den Winter benötigen wir dringend noch einen weiteren Behälter mit Zapfhahn.
Gegen 20.30 waren wir wieder "ausverkauft" und um 21.30 Uhr konnten wir das geputzte Fahrrad samt Bollerwagen wieder unterstellen.
Micha H. kam noch, um mir von A. und dem Krankenhaus zu berichten.
Der spätsommerliche Abend klang sehr beschaulich bei einem Gespräch mit G. auf einer Parkbank am Wasser aus.
Am Freitag geht es wieder "Auf Tour".

Warm durch die Nacht - Tourbericht 04.09.2015

Wie immer trafen Famara, Ingrid und ich uns um 17 Uhr, um die Tour vorzubereiten.  Dadurch, dass wir diese Mal nicht selbst Suppe einfüllen mussten, konnten wir uns auf unseren Bollerwagen konzentrieren und ihn mit dringend nötiger und teils vorbestellter Kleidung, Schuhen, Hygieneartikeln, Schlafsäcken und auch Futter für unsere Fellnasen bestücken.
Am Nord erwartete uns Birgit, die Suppe vom Bonner Hof brachte. Und was für eine Suppe! - Mehr ein Eintopf mit richtig viel Gemüse, Würstchen und Kartoffeln. Schon bei dem Anblick lief einem das Wasser im Mund zusammen. Oh ja, heute würden unsere Leute richtig satt werden!
Der Rest des Tourenteams wartete ebenfalls dort.  Auch Marco Trauten, Mitglied des Essener Stadtrates für die BAL und Mitarbeiter der Essener Jugendhilfe wollte sich dieses Mal ein eigenes Bild machen was wir vor Ort tun und wie unsere Art der Hilfe aussieht. Er ist nicht der erste Politiker, der uns begleitete und hoffentlich nicht der letzte. Denn wir möchten jeden Politiker dazu einladen, einmal eine Tour mitzugehen, unabhängig der Parteizugehörigkeit und auch unabhängig von anstehenden Wahlen.
Schon am Nord verteilten wir die ersten Suppenportionen. Ein junger Mann, der gerade erst eine Portion entgegengenommen hatte, geriet unmittelbar danach mit zwei anderen in eine Auseinandersetzung. Es wurde gebrüllt, eine Bierflasche fiel in Scherben und wir hielten einen Moment die Luft an, ob es eskalieren würde. Zum Glück trennten sich dann doch die Kontrahenten, ohne, dass wir eingreifen mussten.
Wir vermissten unsere Stammkunden, die sonst immer schon am Nord auf uns zukommen.
Also setzten wir unsere Tour fort zur Marktkirche. Auch dort war es deutlich leerer als sonst. 
Wir wurden aufmerksam auf einen jungen Mann, der mit Becher in der Hand Passanten um Geld anbettelte. Wir sprachen ihn an und luden ihn ein, eine Suppe zu essen. Das lehnte er dankend ab, er habe gerade reichlich gegessen. Doch dann kam er zu uns, um sein Herz auszuschütten. Er sei aus dem Knast gekommen und im Wohnheim des CVJM untergekommen. Nun beklagte er sich, wie dort mit ihm umgegangen würde. Von 400 € Harz4 blieben ihm gerade mal 200 €.  Man gäbe ihm nur wenig Taschengeld, so dass er nicht mal Fahrgeld hätte, wenn er zum Amt müsse. Unseren Einwand, dass er, wenn er dort wohnen und essen könnte, dann natürlich auch seinen Obolus als Kostgeld abgeben müsse, wollte er nicht so recht hören. Er schimpfte und erklärte, er müsse das einfach mal jemandem erzählen. Zumindest hatten wir das Gefühl, ihm auf diese Art einen Gefallen zu tun, indem er seinen Ärger darüber bei uns einmal abladen konnte.
Nachdem wir einige wenige Portionen verteilt hatten, zogen weiter zum Dom. Wir waren gespannt, wie sich die Wahlveranstaltung der CDU am Nachmittag auswirken würde. Denn nur zwei Stunden vorher hatte

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 01.09.2015

Als habe er einen eigenen Kalender, begann der Herbst termingerecht und es regnete bis kurz vor Tourbeginn, sodass wir ein wenig die Luft an hielten, ob es wieder so nass würde, wie bei der letzten Tour.
Doch dann hellte es sich zum Glück auf und wir bereiteten alles vor, trockneten noch die letzten Sachen, die noch von der Vortour nass waren und packten wohlweißlich schon mal wärmere Kleidung ein, denn die kommende Nacht sollte schon sehr frisch werden. Ingrid holte noch einen Schlafsack aus dem Lager, damit wir im Notfall jemanden für die Nacht ausrüsten könnten.
Als alles gerichtet war, eilten wir zum Nord, wo kurz darauf auch schon Micha uns die Spende von der Försterbäckerei brachte.
Wir lernten Benjamin kennen, der bei FB auf uns aufmerksam geworden war und nun das Ganze sich „mal ansehen“ wollte. Aus diesem „mal Ansehen“ wurde eine tolle Unterstützung und Mitarbeit während der gesamten Tour. Zu unserer großen Freude ist er inzwischen Gruppenmitglied und wir hoffen, dass er uns in Zukunft oft begleiten und unterstützen kann.
Irgendwie wollte diesmal unsere Suppe nicht schnell heiß werden, sodass wir eine ganze Zeit uns auf dem Platz vor dem Nord aufhalten mussten, bis wir die ersten Leute endlich versorgen konnten.
Das gab uns die Gelegenheit, einigen Leute schon einmal mit Gebäck, Kleidung und Kaffee zu geben. Als dann endlich auch die heiße Suppe verteilt war, gingen wir weiter zur Marktkirche.
Dort trafen wir unseren P. zum ersten Mal nach seinem Krankenhausaufenthalt wieder. Er machte einen sehr bedrückten Eindruck und war gerade im Gespräch mit einem Pater vom Dom, der sich ebenfalls sehr um ihn bemüht. Auch wir kamen mit diesem Pater ins Gespräch. Er wusste wohl darum, dass wir da ebenfalls am Ball sind und äußerte, er sei zunächst skeptisch gewesen, als er gehört habe, „Essen packt an!“ kümmere sich ebenfalls um P. Diese Skepsis konnten wir ihm im Gespräch dann aber wohl nehmen und er war ganz dankbar über die Infos, die er von uns P. betreffend bekam. Er will sich weiter stark machen für eine Perspektive für P.
Mich persönlich hat diese Begegnung beeindruckt: ein Pater, der in den Abendstunden, wie wir, nach den Leuten schaut und sich speziell um „Sorgenkinder“ besonders bemüht. Man merkte im Gespräch, dass ihm P. am Herzen liegt. Und mich freut, dass nicht nur wir den besonderen Bedarf in den Abendstunden erkannt haben. Noch ein Beweis, dass Streetworker gebraucht werden!
Wir konnten einige Leute mit warmer Kleidung versorgen und auch der vorsorglich eingepackte Schlafsack fand schnell einen Abnehmer.
Nachdem wir an der Marktkirche alle versorgt hatten, zogen wir weiter. Am Dom trafen wir niemanden an, also zogen wir gleich weiter zur Post. Auch hier spürten wir, dass Monatsanfang war und deutlich weniger Leute da waren, als sonst. Außerdem hatte hier kurz vorher eine Friedenskundgebung stattgefunden, wodurch sich unsere Leute wohl schon früh zurückgezogen hatten.
Wir verteilten die letzten

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 20.08.2015

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Und es  war doch schon einiges aufgebaut für „Essen Original“ am Wochenende, sodass der Platz vor dem Café Nord, wo wir sonst immer die Tour starten bereits abgesperrt war. Auf der dortigen Bühne lief bereits der erste Soundcheck mit dermaßen aufgedrehten Bässen, dass sie in die Magengrube fuhren.
Also mussten wir um den Platz herum ein Stückchen weiter hoch vor die Kirche und hofften, dass uns sowohl unsere Bedürftigen, wie auch weitere Tourengänger dort auch finden.
Und schon bald standen die ersten Hungrigen am Suppenfahrrad, mussten sich dann aber noch eine Zeit gedulden, da die Suppe noch nicht heiß genug war. Dadurch war Zeit für Gespräche.
J. erzählte von seinen Plänen, am Wochenende bestimmte Bands hören zu wollen und dass er sich vorgenommen habe, möglichst früh dort hinzugehen, um auf jeden Fall auf den Platz vor dem Nord zu gelangen. Eigentlich klasse, dass unsere Leute wenigstens jetzt mal die Möglichkeit haben, kostenlos ein Live-Konzert zu erleben! Ganz nebenbei erwähnte J. dann, dass man ihm seinen Rucksack mit Geld und sämtlichen Papieren gestohlen habe. Er müsse das dann noch bei der Polizei anzeigen. Auf unseren Rat, das unbedingt schnellstmöglich zu tun, erklärte er sich bereit, nach dem Essen ein Stück mit uns zu gehen um dann zur Polizeiwache zu gehen. Es verschlug uns aber fast die Sprache, als sich dann im weiteren Gespräch herausstellte, dass der Diebstahl schon in der letzten Woche geschehen war und J. noch nichts unternommen hatte. Da wir noch auf die Gebäcklieferung durch Micha warten mussten, versorgten wir J. erst mal mit Suppe und konnten ihm sogar einen kleinen Rucksack geben.
Während wir noch weitere Leute versorgten, nun auch mit Gebäck, kam das marokkanisch/ungarische Paar, das schon bei der letzten Tour Rat bei uns gesucht hatte. Zum Glück ware

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 14.08.2015

Es war wieder eine Tour mit allen Facetten: Zeitdruck (wie meistens), Pannen (wie des Öfteren), Begegnungen, Gespräche, Geben und Nehmen, Erfreuliches, Erschütterndes, Überraschungen und, wie stets,  „Anpacken!“
Davon konnte sich dann auch gleich zu Beginn Oberbürgermeister-Kandidatin vom  Bündnis 90 / Die Grünen Gönül Eglence, die uns bei dieser Tour begleitete, einen Eindruck machen. Denn als sie zu uns stieß, waren wir mitten in den Vorbereitungen für die Tour und stellten dann plötzlich fest, dass unser Suppenfahrrad eine Reifenpanne hatte. Nun galt es, schnellstens eine Lösung zu finden, denn im Cafe Nord wartete bereits eine fertig gekochte Suppe auf uns. Wir bewiesen mal wieder Frauenpower, hievten gemeinsam mit Gönül das schwere Fahrrad hoch, klemmten Gehwegplatten darunter, denn unser Wagenheber war leider nicht zur Hand, und bauten schnell das Rad ab, mit dem dann Ingrid zügig noch vor Ladenschluss in einen Fahrradladen lief, um es dort flicken zu lassen.
Und tatsächlich gelang es uns noch, alles wieder in Ordnung zu bringen, so dass die Tour mit etwas Verspätung endlich beginnen konnte. In dem Moment gehörte Gönül Eglence bereits zum Tourenteam und packte überall mit an. Wir hatten so viel Gepäck dabei, dass wir wieder mit einem ganzen Konvoi loszogen: Suppenfahrrad, 2 Bollerwagen, 2 Hackenporsche und einige Rucksäcke.
Am Café Nord standen schon viele Helfer, andere stießen später dazu und am Ende der Tour stellten wir fest, dass sage und schreibe 17 (!!!) Leute dieses Mal die Tour unterstützt haben. Großartig!
Und schon gleich vor dem Nord ging es los:  Suppe austeilen, Brot mit Scheiblettenkäse oder Bananen reichen, Kaffee zubereiten, passende Kleidung oder Schuhe für Einzelne aussuchen und die ersten Gespräche führen.
Nachdem hier alle versorgt waren, zogen wir

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 12.08.2015

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon einmal an einer Tour teilgenommen hätte mit so vielen Teilnehmern. Wir waren tatsächlich zur Stoßzeit 12 Leute!
Aber dann wurde die Tour so heftig, dass es gut war um jede helfende Hand!
Wie immer starteten wir am Cafe Nord, wo uns schon gleich ein neues Tourenmitglied Michael erwartete, der noch gar nicht Mitglied in unserer FB-Gruppe ist, aber über Bekannte informiert war und sich das Ganze einmal angucken wollte. Zu unserer großen Freude war auch wieder Kerstin dabei, deren fachliches Wissen als Krankenschwester später dann noch enorm wichtig werden sollte.
Überraschend viele Männer waren diesmal im Tourenteam:
Famara, der uns wie immer, schon bei der Vorbereitung half, dann aber auch lange mitging, Frank, der eigentlich nur was abholen wollte, uns aber dann zum Glück begleitete und unterstützte, Hendrik, der wohl schon mal Touren mitging, aber auch bis gestern abend nicht zur FB-Gruppe gehörte und Marcel, den wir später noch dazuriefen, weil wir Hilfe und Rat brauchten.
Außerdem gingen mit Cassandra, Sarah, Ayda, Ingrid, Vroni und ich.
Schon am Cafe Nord versorgten wir die ersten Leute. Dort begegnete uns unser junge Pole M., dem man gleich ansah, dass es ihm nicht gut ging. Er hielt sich die Wange vor Zahnschmerzen, zeigte mir dann einen abgebrochenen Zahn  und fragte uns nach einer Tablette, die wir nicht hatten und sowieso nicht hätten geben dürfen. Essen wollte er nichts, aber nahm dann gerne einen Kaffee. Meinen Rat, diesen dieses Mal besser ohne Zucker zu trinken, um nicht noch mehr Schmerzen zu bekommen, nahm er sogar an. So kleinlaut wie gestern habe ich ihn noch nie erlebt. Er ist sonst einer, der ständig fordert und oft laut lamentiert. Seine Freundin A. mit der er bei der letzten Tour noch einen Konflikt gehabt hatte, war wieder an seiner Seite.
Während wir noch dort standen, kam ein junges Paar mit einem Kleinkind auf uns zu. Der Vater steckte uns Münzen zu und sagte uns, das Kleine würde sich nicht trauen, aber

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 08.08.2015

Boah, war das eine Tour! Eine ganz besondere „Mammut“-Tour, bei der es durch ein besonderes Ereignis dann sogar noch zu einem erneuten Gourmet-Erlebnis für unsere Leute kam.
Aber, der Reihe nach:
Schon um 16:30Uhr hatten wir unseren Bollerwagen gerichtet, da wir ja noch einen Termin in der Kreuzeskirche hatten. (  https://www.facebook.com/Essenpacktan/posts/869738189777806 )  Inzwischen richtete Famara das Suppenfahrrad, so dass wir nach unserem Termin dieses Mal dann sogar sehr früh um 17:30 Uhr aufbrachen.
Wenige Minuten später konnten wir dann schon die ersten hungrigen Menschen am Nord versorgen.
Wieder war die Freude groß, als wir zum Nachtisch süßes Gebäck und Kaffee anboten.
Unserem R. konnten wir dort nun endlich eine neue Jeans geben, die wir extra für ihn zurückgelegt hatten. Als er auch noch ein passendes T-Shirt bekam, war er regelrecht begeistert. Weitere Leute versorgten wir mit Kleidung und Schuhen.
Unser junge Pole M., dem wir in letzter Zeit deutliche Grenzen gesetzt hatten, da er bei jeder Tour immer mehr von uns gefordert hatte, lief barfuß und seine Freundin A. erklärte uns, er habe sich in seinen Schuhen Blasen gelaufen und könne sie deshalb nicht tragen. Wir hofften, dass wir ihm mit ein paar leichteren Leinenschuhen helfen könnten. Trotz unserer Bedenken, dass diese zu klein sein könnten, nahm er ein Paar, welches er uns aber wenige Minuten später doch wieder zurückbrachte.
Unsere Befürchtung hatte sich nämlich bestätigt, sie waren ihm zu eng. Aber er hat dazugelernt. Früher hätte er sie dennoch behalten und dann vielleicht irgendwo entsorgt. Inzwischen scheint er verstanden zu haben, dass wir viele Leute betreuen und vielleicht noch jemanden anderen damit versorgen können.
Während wir noch am Nord standen, kam plötzlich ein Anruf aus der Kreuzeskirche, wo wir am Nachmittag Schwester Brigitta Schröder zum Geburtstag überrascht hatten (wir berichteten):
es sei so viel übrig vom Catering und wir sollten es holen, um auch damit unsere Leute versorgen zu können.
Also teilten wir uns auf und

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 05.08.2015

Diesmal wurde es eine regelrechte „Naschtour“, denn wir hatten eine ganz großzügige Spende von der Bäckerei Förster erhalten. Neben Brötchen und Brot gab es dieses Mal ganz viel Kuchen und sehr leckere Teilchen mit Obst, Pudding oder Schokolade. Das war für uns ein tolles Gefühl, zu starten mit dem Wissen, unsere Lieben nach der Suppe noch mit einem süßen Nachtisch überraschen zu können.
Wir wussten, dass Micha dieses Gebäck um 18:30 Uhr bringt und verweilten deshalb länger als sonst auf dem Viehofer Platz. Dadurch, dass unser Tourmitglied Michael uns genialerweise auch Brötchen mitgebracht hatte, konnten wir nun bereits diese mit Suppe ausgeben. Inzwischen besorgten wir das Wasser für Kaffee und Tee. Während wir noch auf Michael warteten, wurden wir Zeuge, wie 5 Meter neben uns ein Dealer Drogen an den Mann brachte. Es schien ihn überhaupt nicht zu stören, dass wir ihn dabei beobachteten. Das hat uns ziemlich erschüttert.
Rund ums Suppenfahrrad war dann auch schnell eine Menge los und es wurde schnell aufregend und unruhig.
Wir hatten A. bereits gesehen, wie sie am Brunnen ihre Kleidung auswusch. Nun kam sie zu uns an den Bollerwagen und fragte nach einer Hose. Während wir noch danach suchten, entdeckte sie eine Jacke auf dem Wagen, die sie auch noch haben wollte. Es folgte noch eine lange Wunschliste und ihre Stimme wurde dabei immer lauter und fordernder. Unaufhörlich schilderte sie laut, welche Probleme sie gerade hat. So haben

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 31.07.2015

Zum Monatswechsel rechnen wir immer mit weniger Leuten. Bei Vielen hat es dann Geld gegeben und sie scheinen dann nicht ganz so auf unsere Hilfe angewiesen zu sein. Aber uns war schon vor Tourbeginn bewusst: die Menschen, denen wir dieses Mal begegnen, das sind die, die durch jedes Sozialnetz fallen und deshalb besonders bedürftig sind.
Und so wurde es eine ganz besondere Tour mit ganz besonderen Menschen und ihren Schicksalen.
Für diese Tour bekamen wir frische Suppe aus dem Café Nord, so dass wir vorher eigentlich nur das Fahrrad und den Bollerwagen richten mussten, was allerdings dann doch aufwändiger wurde, als gedacht, dadurch, dass der Regen der letzten Tage unser Suppenfahrrad, trotz Plane, völlig unter Wasser gesetzt hatte. So mussten wir es dann doch nochmal auseinandernehmen, um alle Behälter trockenzulegen.  Eiligst packten wir dann Kleidung und Schuhe, Hundefutter und Hygieneartikel auf unseren Wagen und Famara füllte die Wärmebehälter mit Wasser auf. So kamen wir gerade noch rechtzeitig, um die köstliche Gemüsesuppe aus dem Nord abzuholen. Dort trafen wir den Rest des Teams und füllten Hackenporsche, Rucksäcke und die Seitenkörbe unseres Bollerwagens mit den Bäckerei-Spenden und mit Äpfeln. Schon gleich vor Ort konnten wir dann die ersten Portionen ausgeben, dadurch, dass die Suppe ja direkt heiß eingefüllt worden war.
Wir liefen weiter zur Marktkirche und wurden von zwei Männern, die dort auf der Treppe saßen laut und freudig begrüßt: „Seid gegrüßt und herzlich willkommen, ihr Engel!“ Direkt erhoben sie sich, kamen zu uns und ließen sich versorgen. Auch unser S., der inzwischen eine Wohnung hat, freute sich, uns zu sehen. Er ist weiterhin täglich in der Stadt .  „Ich muss ja arbeiten!“ so sagte er uns und wies auf den Becher in seiner Hand, mit dem er versucht, von Passanten Geld zu bekommen.
Mit Genuss aß er unsere Suppe, und als er mitbekam, dass wir Andere mit Kleidung versorgten, fragte er, ob wir nicht auch für ihn weitere schwarze Shirts oder Hosen hätten. Da wir ihn aber in letzter Zeit häufiger Kleidung gaben  und er dadurch eigentlich gut ausgestattet  sein müsste, erklärten wir ihm, dass wir jetzt auch andere Menschen versorgen müssten. Das sah er schließlich ein und war zufrieden mit ein Paar Socken und einem Paket Taschentücher, um das er uns bat. Gleich darauf tadelte er einen anderen jungen Mann, der die Suppe von uns einfach hatte stehen lassen, da sie ihm nicht schmeckte. Das ist typisch S.  Man kann ihm gar nicht böse sein, nein, eigentlich muss man immer ein wenig schmunzeln, ein lustiger Kerl, manchmal wie ein kleiner Junge. Später sollte es noch zu einer weiteren lustigen Begegnung mit ihm kommen.
Dann machte mich plötzlich  Vroni auf einen Mann aufmerksam, der bei ihr am Suppenrad stand, tränenüberströmt. Seine Mutter war gestorben und er verzweifelt. Nur mühsam unter Schluchzen erzählte er dann, dass er wohl am Sterbebett gesessen hat. Das Gespräch war ein wenig schwierig, da er auch stark alkoholisiert war. Nach und nach bekam ich heraus, dass sie in Köln beerdigt wurde und er nun keine Möglichkeit hat, ihr Grab zu besuchen, da ihm das Fahrgeld fehlt. Als ich ihn trösten wollte, krallt er sich plötzlich

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 25.07.2015

Eine Tour mit Hindernissen würde es werden, das war uns schon vorher klar.
Eine Openair-Großveranstaltung vor dem Café Nord und das angekündigte Unwetter mit Sturm und Starkregen bereiteten uns schon im Vorhinein Sorgen.  Lange haben wir überlegt, ob wir es überhaupt wagen könnten, mit dem Suppenfahrrad loszuziehen, oder ob der Sturm es uns unmöglich machen würde, das schwere Fahrzeug überhaupt durch die City zu schieben.
Mutig haben wir uns dann dafür entschieden und bei der Ankunft in der Innenstadt wurde dann auch sehr schnell deutlich, dass der Treffpunkt Café Nord dieses Mal nicht in Frage kommt. Schon im Vorbeifahren war eine riesige schwarzgekleidete Menschenmenge zu sehen, da wäre für uns kein Durchkommen möglich gewesen.
Also schoben wir  Rad und den Bollerwagen etwas mühsam durch die Seitenstraßen, um wenigstens in die Nähe des Treffpunktes zu kommen, denn dort erwarteten uns alle übrigen Tourengänger und Vroni und Michael mit der großzügigen Brot-  und Gebäckspende und eigentlich waren wir dort noch mit einer Spenderin verabredet.
Und schon gleich hier der erste Notfall: A. stand dort völlig durchgefroren, hatte in diesen Menschenmassen ihren Bekannten verloren, der alle ihre Sachen hatte. Dadurch, dass der Tag ja noch relativ warm begonnen hatte, war sie nur leicht bekleidet und stand nun da, durchnässt und zitternd. Schnell

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