Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 06.07.2015

Eigentlich war der Tag verplant und deshalb erst mal keine abendliche Tour vorgesehen. Und dann kam es doch ganz anders.
Wir hatten zugesagt, mit einem Team von „Warm durch die Nacht“ und natürlich unserem Suppenfahrrad das Catering beim Nachbarschaftstreffen im Foyer des Rathaus-Theaters zu übernehmen, eine Veranstaltung, organisiert von Lokalfieber-Magazins und des Varietés GOP, bei der sich alle zwei Monate, Geschäftsleute und Anwohner der Innenstadt treffen. Diese willkommene Gelegenheit wollten wir nutzen, um für unsere Sache zu werben.
So kam es auch zur Premiere in der Küche unseres Clubhauses in Vogelheim: erstmalig kochten wir selbst, 32 Liter Tomatensuppe aus 18kg Tomaten! Denn natürlich sollten für diese Aktion nicht die Vorräte für unsere Bedürftigen herhalten.


Von 8 Uhr früh an waren wir auf den Beinen, kauften ein, pellten stundenlang Tomaten, schnibbelten Unmengen Zwiebeln und Knoblauch, kochten, füllten in unzählige Töpfe um, da  wir ja leider keine Großküchentöpfe besitzen und jonglierten alles mit PKWs in die Innenstadt, was durch Stau, unzählige Baustellen und schließlich auch dem Bombenfund an der Eisernen Hand kompliziert wurde.
Inzwischen bemühten sich unsere Ingrid um das Suppenfahrrad, was auch zum Problem wurde: eine weitere Reifenpanne, ein fehlender Schlauch für die Gasversorgung und schließlich

die riesen Baustelle am Rheinischen Platz, die auch für unser Suppenfahrrad zur Hindernisfahrt mit großem Umweg führte.
Mit hängender Zunge kamen schließlich alle gerade noch rechtzeitig am Rathaus an.
Dort wurden wir gebührend empfangen. Wir stellten uns vor, unser „Werbefachmann“ Micha erzählte von EPA und dem Projekt „warm durch die Nacht“ und die Gäste hörten interessiert zu.
Unsere Suppe wurde regelrecht gepriesen und mehrere Gäste nahmen begeistert einen Nachschlag. Unsere Flyer fanden viele interessierte Abnehmer und die Gäste fütterten unser Sparschwein, wodurch an diesem Abend eine großzügige Spende für unsere Suppentouren zusammenkam.
Auch den Pförtner, den wir durch mehrmaliges rein und rausfahren vielleicht ein wenig genervt haben, da er immer wieder die Tür für uns öffnen musste, versorgten wir mit einer Suppe. Er war ganz gerührt und es hat ihm gut geschmeckt.
Inzwischen hatte sich ein weiteres Team kurzentschlossen mit dem Bollerwagen auf den Weg gemacht, um unsere Leute in der City wenigstens mit Getränken zu versorgen.
Wir machten uns nun auch vom Rathaus aus auf den Weg, denn wir hatten noch reichlich Suppe übrig, so dass wir doch noch eine Tour mit dem Suppenrad starten konnten.
Schon an der Marktkirche fanden wir in einer Gruppe Jugendlicher begeisterte Abnehmer. Diese jungen Punker wussten tatsächlich zu würdigen, dass es sich um eine frische, selbstgekochte Suppe handelte, betonten mehrmals, wie gut es ihnen schmecke und es was amüsant zu sehen, wie ihre Hunde auf die gefüllten Schalen schielten.
Alle, die wir dann trafen und versorgten, freuten sich sehr, uns zu sehen. Sie waren davon ausgegangen, wir kämen gar nicht. Ihr großer Appetit und das immer wieder zu hörende „boah, die ist aber lecker“ entschädigte uns für die ganze Arbeit und die vielen Pannen, die es an dem Tag gegeben hatte. Kleinigkeiten wurden hier plötzlich zu etwas ganz besonderem, z. B., dass jeder in seine Suppe dann auch immer ein Löffelchen Petersilie bekam. Ein junger Mann, der keine Tomaten mochte, ließ sich von uns Petersilie einpacken, die er sich später auf sein Butterbrot streuen wollte. Dafür hat er sich bedankt, als hätten wir ihm ein 3 Gänge-Menü serviert.
Letztendlich haben wir so viele Leute versorgt, wie bei einer üblichen Tour. Am Willy-Brand-Platz trafen wir dann mit dem Bollerwagenteam zusammen. Auch dort oben gab es viele dankbare Abnehmer und unser Rubito bekam auch endlich die Flöten, die ihm schon so lange versprochen waren.Er freute sich riesig und ganz spontan haben wir ein wenig zusammen musiziert. Wir sind gespannt auf das nächste Treffen, wenn er uns etwas vorspielt.
Auch auf dem Rückweg trafen wir noch viele hungrige Leute, so dass wir tatsächlich am Ende fast die komplette Suppe verteilt hatten. Ein junger Mann kollabierte fast. Er stand an der Wand gelehnt, kreidebleich und geschwitzt. Dankbar nahm er die Apfelschorle und kippte 2 Becher sofort durstig in sich hinein. Dann nahm er doch noch einen Teller Suppe, den er vorher abgelehnt hatte und bedankte sich überschwänglich.
Unterwegs wurden wir einige Male auf Schlafsäcke angesprochen. Leider sind alle gespendeten Schlafsäcke inzwischen verteilt. Einen jungen Mann versorgten wir mit einer Decke, die wir extra noch schnell aus dem Lager holten.
Es war ein langer, extrem anstrengender Tag mit einigen Pannen, doch am Ende wieder so gelungen!
Das gesamte Team war sich einig: es hat sich wieder gelohnt und wir wissen, warum wir es tun!


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