Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 25.05.2019 von Kai

Man glaubt es kaum, aber dies ist nun schon meine vierte Tour mit Warm durch die Nacht. Sowie dann auch mein vierter Bericht. Wie schon beim dritten Bericht ist da nun auch wieder die Frage, was soll man da nun überhaupt noch schreiben.
Doch es gibt da wieder vieles zu schreiben. Wie eben der Punkt, wenn man an der Garage eintrifft und dort neue „Gesichter“ sieht. Menschen, die sich entschieden haben, es mal auszuprobieren, mit auf die Tour zu kommen.
Ein weiterer Punkt ist dann die Planung, wie viele sind wir und was können wir alles dann auch mitnehmen. Wenn wir nur zu dritt sind, geht da eben nicht alles, als wenn man zu 6 ist. Es ist auch so der Fall, dass man langsam immer mehr der Leute kennt, die an einem der der drei Standorte auf einen warten. Man kennt ihre speziellen Wünsche besser oder kann sie auch mit einigen Sachen überraschen. Was aber immer bleibt, ist die Freundlichkeit und Dankbarkeit.



Was aber bei jeder Tour immer ein wichtiger Punkt ist und auch bleibt, das ist das Wetter. Hätte man doch besser die Regenjacke oder eine warme Jacke eingepackt für sich oder wenn man hat, man feststellt, dass es umsonst dann war.
Nun, an diesem Tourtag entwickelte sich das Wetter von geht so hin zu, wo habe ich nur die Sonnencreme.
Es war übrigens Samstag. War das nun ein Grund dafür, dass der Ansturm am

ersten Standort zuerst mäßig war, sich dann aber steigerte? Wer kann das schon so genau sagen. Denn auch wenn unsere Gäste in der Menge eher immer dieselben sind, sind nicht alle immer an diesem Tag dann schon dort und warten auf uns. Einige kommen dann auch gar nicht an diesem Tag.
Wo dann ein weiterer Punkt aufkommt, nämlich der Punkt, dass man sie vermisst und sich mitunter auch Sorgen macht. Denn es ist da ja unter Umständen so, dass ihnen vielleicht etwas zugestoßen sein könnte.

Es ist eben somit doch so, dass jede Tour anders ist. Wie auch das warme Essenangebot immer wieder anders ist. Dieses Mal gab es eine wirklich kräftige und würzige Gemüsesuppe, mit Wursteinlage vom ATLANTIC Congress Hotel Essen. Da lief bestimmt nicht nur mir das Wasser im Mund zusammen. Mo, der uns heute das erste Mal begleitete, ist Moslem und sie haben ja gerade ihren Fastenmonat, also für ihn war das dann auch nicht bestimmt so einfach. Doch er hielt durch. Das Unterhalten mit Mo, der sehr viele Fragen zu der Tour und auch zu unseren Gästen hatte, war nicht ganz einfach. Denn er konnte zwar seine eigene Sprache gut sowie auch Französisch und Englisch, aber Deutsch ist er gerade erst am Lernen. Doch es war schon möglich, alle seine Fragen zu beantworten, nur musste man sich dabei und der Wahl der Worte etwas Mühe geben, damit er einen auch verstand.

Am zweiten Standort, dem Bismarck Denkmal, war dann auch schon eine ausgelassene Stimmung. Die Sonne sorgte für ein Sommer-Feeling und alle waren zufrieden mit sich und ihrer Welt. An diesem Standort ging dann auch das warme Essen schnell zur Neige und es mussten Dosen geöffnet werden, damit es an diesem Standort, aber ganz besonders am letzten, noch etwas Warmes zu essen gab.

Dann ging es auch schon bald weiter zum dritten Standort, wo wir anfangs nur von wenigen erwartet wurden. Es wurden dann aber mit der Zeit mehr. Sodass die Gemüsesuppe mit Wursteinlage aufgebraucht wurde. Als Ersatz dafür gab es nun eine Hühner-Nudelsuppe, die aber auch lecker war und gerne genommen wurde von unseren Gästen.
Zwei vom Team zogen dann auch wieder zu einer Streife durch den Hauptbahnhof. Denn nicht immer bekommen alle mit, dass Samstag ist und eben die Uhrzeit schon 20 Uhr war. Das gespendete Gebäck und die Brötchen waren bald genauso komplett weg wie auch das warme Essensangebot.
Bei den Getränken war das warme Wasser dann auch bald bis auf den letzten Tropfen fast weg. Auf dem Rückweg reichte das heiße Wasser dann aber noch für einen Kaffee und die Reste der Suppe für zwei Gäste, die wir noch trafen. Sie freuten sich sehr, dass wir an sie dachten und nicht an ihnen vorbeifuhren. Ein anderer, den wir noch trafen, war dagegen wunschlos glücklich und wollte nichts.

Wieder zurück an der Garage begann das Ausräumen und Aufteilen der Sachen in die Regale. Dann noch das Verstauen des Suppenfahrrades und der Bollerwagen. So endete dann auch wieder ein weiterer Tourentag, der nach meiner Meinung wieder top gelaufen war.

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