Essen packt an!

Cola-Tour Bericht 17.09.2019 (Gaby)

Wow.. Was für ein Empfang an der Garage! So so viele helfende Hände. Da können wir aber heute Wägelchen mitnehmen.

Vier liebe Menschen von Tatendrang - Gemeinsam Gutes tun.; der liebe Julian; eine spontane Ersthelferin; ein Herr, der sonst vor dem Suppenfahrrad steht und sich gedacht hat, dass beim letzten Mal so wenig da waren und er uns unterstützen möchte; eine liebe Freundin von mir .. und Markus Pajonk, der das Gas aufdrehte.
Das alles beschreibt doch schon einen schönen Start.

Die leckere Kartoffelsuppe von Haus Reichwein Essen und die Brötchen von Bäckerei/Konditorei Gräler-Cafe Ruhrblick werden verstaut und wir packen den Rest ein und mit so viel Händen geht es schnell. Sodass ich in Ruhe noch überlege, ob wir auch wirklich alles dabei haben. Denn ich vergesse immer was! Wirklich immer! Doch diesmal bestimmt nicht!

Wir ziehen los und werden erwartet. Und der erste Gast fragt nach einem Brötchen und ob wir denn eine Tüte dafür hätten ... und ich schüttle meinen Kopf und weiß, dass ich wieder zur Garage fitsche! Denn .. Tüten habe ich vergessen. Und das ist blöd. Denn wir haben ja auch Obst dabei. Von Foodsharing Essen.
Nun gut. Laufen ist gesund und das

beliebte Gewürz haben wir auch stehen lassen. Somit lohnt es sich.

Alles läuft prima, die warme Kleidung geht schnell weg und deshalb gehe ich ein zweites Mal los zur Garage und hole Nachschub. Denn die liebe Solveig hat wirklich viel aus dem Lager in die Garage gestellt. Danke dafür!!

Alle sind fleißig beschäftigt. Mit der Essensausgabe; Getränke austeilen; Gespräche führen. Das mache ich auch. Und wie ich merke, ist das meist das Wichtigste.
Nicht bei allen Gästen, manche sind auch eilig und möchten einfach die Dinge, die sie dringend benötigen und reagieren schon genervt, wenn wir ihnen noch eine Suppe anbieten wollen. Doch das ist selten. Die meisten bleiben schon länger und klönen. Und erzählen, was sie erlebt haben am Tag oder was vor ihnen liegt.
Zum Beispiel, dass es endlich mit der Entgiftung klappt. Alle Anträge sind durch und der Termin steht.
Oder dass es mit der Wohnungssuche geklappt hat..
Oder dass die Freundin sich getrennt hat ..
Oder dass das Leben auf der Straße besonders nachts sehr hart ist und wir uns überhaupt nicht vorstellen können, was nachts in der Innenstadt alles so passiert.
Nein. Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Denn ich hab tatsächlich oft in nicht so schönen Momenten in meinem Leben das Glück, genau in dem Moment Freunde um mich herum zu haben. Und kam nicht in die Notsituation, alles zu verlieren und kein Dach über den Kopf zu haben.

Es ist ruhig, sodass die Zeit für die Gespräche bleibt.
Und diese Menschen sind höflich, dankbar und denken an die, die noch weniger haben.
„Habt Ihr noch für XY eine Jacke? Er/sie kann selbst nicht kommen. Oder für den einen, du weißt doch, der soundso, eine Hose? ...“
Finde ich schon bemerkenswert!

Nach unserer Tour höre ich echt von jeden Einzelnen, wie froh er/sie ist, mit dabei gewesen zu sein und dass es auf jeden Fall nicht das letzte Mal gewesen sei. Es hätte Spaß gemacht, Berührungsängste genommen.

Wieder eine bereichernde Tour.
Danke, Essen packt an

Tags: Tourbericht, Warm durch die Nacht, Essen packt an, Obdachlosenhilfe, Obdachlosenversorgung, Obdachlosigkeit, Stadt essen, Suppenfahrrad, Bollerwagen, Ehrenamt, bevölkerungsschutz, Spontanhelfer, Haus Reichwein, Cafe Ruhrblick


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok