Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 21.03.2020 (Lisa)

Um 17:00 Uhr kamen Nadine, David und ich an der Garage an. Apri, Sven und Evelyn hatten schon mit den Vorbereitungen begonnen. Bis wir los mussten, zu unserer 1.Station, haben wir noch Backwaren in einzelne Tüten verpackt, Wasser gekocht und in Thermoskannen umgefüllt. Sascha kam auch noch dazu, nachdem er Käse und Wurst von Rewe Köster in Essen-Rellinghausen abgeholt hatte. Vielen Dank dafür.
Somit war unsere Gruppe nun komplett. Nachdem wir auch den Käse und die Wurst in einzelne Tüten verpackt hatten, haben wir noch das Essen im Suppenfahrrad verstaut. Heute gab es 1x vegetarische Nudeln von Apris Neffen und 1x Reis mit Ente von China Imbiss Tao-Tao Essen, das wir von Rückenwind Essen bekommen hatten. Ein großes Dankeschön für das leckere Essen. Wir verabschieden uns noch von Apri und Sven und liefen los zu unserer 1. Station. Auch vielen Dank an euch für eure Hilfe.

Als allererstes haben wir uns darum gekümmert, dass alles abgesperrt war und dass sowohl wir, als auch unsere Gäste genug Abstand voneinander hatten. Das hatte ganz gut geklappt, also fingen wir an Essen, Kaffee/Tee, Hygiene-Artikel und Brötchen/Donats rauszugeben.

Um ca. 18:45 Uhr haben wir unsere Sachen wieder gut verpackt und liefen zu unserer 2.Station. Am Anfang ging es wieder

wie gewohnt weiter. Wie sperrten alles ab, packten unsere Sachen aus und sorgten dafür, dass auch hier jeder genug Abstand zu Jedem hatte, was auch eigentlich ganz gut funktioniert hatte.
Wir fingen nun an, das Essen auszuteilen. Ich lief schnell mit was zum Essen und Tee zum Schlafplatz von G., da er leider nicht genug Tüten hatte, um seine ganzen Sachen mitzunehmen und er hatte Angst, dass sie ihm sonst wieder geklaut werden. In der Zeit ist Evelyn auch noch mal los, um uns noch mal heißes Wasser zu besorgen. Es war echt viel zu tun.
Als ich wiederkam, war Betty schon da, um uns noch Brötchen von Foodsharing Essen zu bringen. Vielen lieben Dank auch dafür. An unserer zweiten Station sind wir leider nicht lange geblieben, da zwei unserer Gäste sich nach mehrmaligem Auffordern nicht an die Regeln halten wollten und zu uns sagten, dass wir sie wie Menschen zweiter Klasse behandeln würden. Daraufhin sagte Nadine, dass, wenn wir sie wie Menschen zweiter Klasse behandeln würden, wir jetzt hier nicht stehen würden. Da sie sich aber immer noch nicht an die Regeln halten wollten, haben wir unsere Sachen gepackt und sind schon mal langsam hoch zu unserer 3.Station gelaufen. Jeder, der noch was essen wollte, musste dann leider mit zu unserer 3. Station kommen.

Als auch da alles abgesperrt war, lief ich schnell zum Hauptbahnhof, weil ich N. dort schon von weitem sitzen sah. Als wir uns nett begrüßt hatten, habe ich ihn darum gebeten, bitte mit mir zum Suppenfahrrad zu kommen, um was Leckeres zu essen und zu trinken zu bekommen. Leider weigerte er sich, weil er der Meinung war, dass er nichts essen muss, da er seiner Meinung nach nichts wert sei. Anschließend erklärte er mir weinend noch, dass er sich nicht gut fühle, weil er duschen muss und neue Sachen brauche. Nachdem ich ihm dann auch mit Tränen in den Augen erklärte, dass wir ihm helfen wollen, wir NICHT der Meinung seien, dass er nichts wert sei und er jetzt bitte mit mir kommen solle, damit er neue Sachen bekomme, lief er anschließend doch mit mir dort hin.
Als wir dann wussten, welche Größe er hat, lief Evelyn schnell zu Garage, um ihm neue Sachen zu bringen. Anschließend, als er dann gegessen hatte, er nun auch frische Sachen hatte, sind Evelyn und P. mit ihm zum Hauptbahnhof gelaufen, damit er duschen konnte.

Nachdem unser Essen dann leer war und jeder unserer Gäste noch was Warmes getrunken hatte, sind Sascha, David und ich schon mal mit den Sachen zur Garage gelaufen. Auf dem Weg zur Garage haben wir noch am Schlafplatz von G. Und M. gehalten, um den beiden noch mal einen Tee zu geben.
An der Garage fing David direkt an, unsere Bollerwagen zu leeren, und Sascha und ich machten das Suppenfahrrad sauber. Nach einer Zeit kamen auch Evelyn und Nadine zur Garage mit M. und seinem Freund. Die beiden brauchten einen Schlafsack, eine Isomatte und eine dicke Jacke, da C. nur eine dünne Sweatshirt-Jacke anhatte. Als das alles erledigt war, stellten wir die Bollerwagen sowie das Suppenfahrrad zurück in die Garage und brachten noch den Müll weg.

Wir verabschiedeten uns noch alle und traten den Heimweg an. Es war eine sehr schöne, aber auch stressige Tour, in der ich mal wieder gelernt habe, wie einfach man eigentlich Menschen glücklich machen kann und wie schön es ist, sie am Ende wieder lachen zu sehen. Es gibt sehr viele Menschen, die auch sehr dankbar und glücklich über eine Unterhaltung wären oder man ihnen einfach nur zuhört.
Bis bald!
Eure Lisa

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