Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 01.08.2020 (Tom)

Als EPAFs (Essen packt an Frischlinge) dürfen meine Frau Marina und ich den Tourbericht von unserer ersten Tour am Samstag, den 01.08.2020, verfassen.



Wir erreichten die Garage am unteren Ende der Mechtildisstraße um kurz nach fünf. Da war aus der Ferne auch bereits ein buntes Treiben zu erkennen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es auch direkt ran an den Speck! Oder an die Nahrungsmittel. Zusammen mit den HelferInnen Roland, Reiner, Chef David, Apri, Waldemar, Lulu und Marcel mit seinem Sohn Mio haben wir die gespendeten Nahrungsmittel in der ersten Stunde sortiert und portioniert.
Dabei handelte es sich um eine Menge Spenden (Brötchen, Brote, Obst & Gemüse) von REWE Stilleke, Bäckerei/Konditorei Gräler-Cafe Ruhrblick und REWE Karnap. Warmes Essen gab es natürlich auch. Hier haben uns die Spender Cagdas - Cafe & Restaurant, Ruhrfeuer und Lulu unterstützt: „Schnibbelbohnen“ Suppe und Spaghetti Bolognese.

Die Stimmung unter den HelferInnen war angenehm entspannt und dennoch fokussiert. David und Apri achteten darauf, dass jeder seine Aufgaben erledigen konnte, während Roland und Reiner immer einen witzigen Spruch auf Lager hatten. Eines wurde schnell klar: Hier hilft jeder mit Leidenschaft!

Gegen 18 Uhr waren die Vorbereitungen abgeschlossen. Die Gruppe belud die kleinen Wagen mit

den Nahrungsmittelkisten. Die EPA-Karawane machte sich auf den Weg zur Marktkirche. Allen voran das prall gefüllte Suppenfahrrad mit den warmen Speisen.

Dort angekommen machten wir uns direkt an den Aufbau der provisorischen „Kantine“ unter freiem Himmel. Das Wetter spielte gut mit: Es war strahlend blauer Himmel und T-Shirt Wetter. David erklärte nochmal, dass wir aufgrund der Corona Zeit auf genügend Abstand achten sollten. Auch unsere hilfsbedürftigen Kunden sind angehalten, sich Corona-angemessen zu verhalten.
Und das taten sie auch. Einige der hilfsbedürftigen Menschen mussten freundlich daran erinnert werden. Allerdings gab es nie Streit deshalb. Jeder reagierte und agierte sehr verständnisvoll.
Durch die erfahrenen HelferInnen erfuhren wir, dass heute sehr wenige Menschen das Essen in Anspruch nahmen. Der Grund war: Monatsanfang. Am Monatsende soll es erfahrungsgemäß durchaus sehr voll werden und die Stimmung kann dann auch mal aggressiver ausfallen, sagte man uns.

Im Prinzip gibt es keine schwierige Arbeit bei Essen packt an! - Warm durch die Nacht. Wir konnten an diesem Tag Essen verpacken, Essen ausgeben und freundliche Gespräche mit den vorbeikommenden Leuten führen. Ein sehr angenehmes Arbeitsumfeld.

Ich habe den Teil der Essener City zum ersten Mal aus der, ich nenne es mal „EPA-Perspektive“, wahrgenommen. Die groteske Situation war mir an dieser Stelle nie bewusst gewesen: Hier laufen Menschen mit vollgepackten Einkaufstaschen durch eine Einkaufsstraße, in der wiederum Menschen sich in einem Restaurant ihrer Wahl „Outdoor“ den Magen vollschlagen (direkt neben unserer Kantine im Freien). Und zwischendrin waren wir. Wir haben diejenigen unterstützt, die sich so einen Luxus nicht mal einen Tag im Monat gönnen können. Es brachte sehr gemischte Gefühle hervor.

Tags: Tourbericht, Warm durch die Nacht, Essen packt an, Obdachlosenversorgung, Obdachlosigkeit, Suppenfahrrad, Bollerwagen, Ehrenamt, bevölkerungsschutz, Spontanhelfer, Cafe Ruhrblick, Corona, REWE, Ruhrfeuer, Cadgas


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