Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 01.05.2021 (Jacqueline)

„Wenn du meinst, zu klein zu sein, um etwas zu bewegen, dann warst du noch nie mit einer Mücke im Bett.“ (Indien, nach Dalai Lama)



Sich ehrenamtlich betätigen.. das wollte ich eigentlich immer schon machen, aber soweit ich wusste, war dies immer verbindlich wie beim Freiwilligendienst. Verbindlich finde ich aber doof. Es hat einen Nachgeschmack von „Du MUSST helfen“ und „Du MUSST kommen“. Ich denke aber, ‚ich muss gar nichts‘. Und damit trat der Gedanke, helfen zu wollen, immer weiter in den Hintergrund. Dann erzählte mir eine Freundin von dem Projekt Essen packt an (Bericht zum 24.04.21) und damit einhergehend erklärte sie mir, dass die Teilnahme vollkommen einfach sei. Eine einfache Zusage auf Facebook reiche aus und würde einen nicht verpflichten, immer wieder zu kommen. Das fand ich richtig gut, also bat ich sie, mich mit ihr zusammen anzukündigen. Außerdem ist die

Scheu nicht so groß, wenn jemand da ist, den man kennt. Und so ging es los.

Wir trafen also auf eine kleine Gruppe, die bereits begonnen hatte, die Lebensmittel zu sortieren, Bestände aufzufüllen und das Suppenfahrrad bereit zu machen. Die Menschen vor Ort? Ich hatte keine Vorstellung, auf wen ich da treffen würde. Ich war trotz allem überrascht zu sehen, dass es viele, verschiedenste Menschen waren, jeder Altersgruppe. Geschäftiger Ernst und Spaß gleichzeitig lag in der Luft und ich war gespannt auf den ‚Startgong‘.

Um 18 Uhr schlug die Kirchturmglocke und es ging los in Richtung des HEMA Gebäudes, in dem früher die Mayer‘sche war. Auf dem Weg dorthin traf man auf verwunderte Blicke und aber auch belustigte Blicke. Was sie sahen? Einen bunten Haufen mit Neonwesten, vollbeladenen Bollerwagen und dem Suppenfahrrad voran. Vor Ort wartete schon eine Schlange dort, wo Lebensmittel wie Brot, Wurst und Käse verteilt wurden. Viel Obst und Gemüse war dieses Mal leider nicht dabei. Ich selbst teilte mich an dem Stand ein, an dem heißer Kaffee und Tee sowie Hygieneartikel wie Shampoo, Zahnbürsten, Zahnpasta (leider auch davon viel zu wenig), Rasierer, Seife, Taschentücher und sogar Masken verteilt wurden.
Anfangs noch etwas verhalten fing ich an, Kaffee und Co auszuschenken, und 5 Minuten später war ich in meinem Element. Es hat mir so wahnsinnig viel Spaß gemacht, trotz der langsam aufkommenden Kälte. Die Menschen vor Ort? So ziemlich jeden Alters, jeder Herkunft und jeder Situation. Bedürftige Menschen, die sich über einen heißen Kaffee und ein-zwei Stück Kuchen freuen. Menschen, denen ich helfen konnte, die zumeist mit einem Lächeln reagierten oder sogar einem herzhaften Lachen. Das war Balsam für die Seele.

Ich finde die Aktion mit dem Suppenfahrrad einfach genial: Wie oft hat man als Kind gehört, dass man mindestens eine warme Mahlzeit am Tag essen soll? Das Motto „Warm durch die Nacht“ finde ich dazu sehr passend, denn eine warme Mahlzeit wärmt von innen und spendet Energie. Wenn man dann noch ein heißes Getränk inklusive warmem Lächeln bekommt, kann man eigentlich doch nur warm durch die Nacht kommen, oder? Zumindest wärmer. Es tat gut, etwas Sinnvolles zu tun und wenigstens ein bisschen helfen zu können.

Jacqueline Langen

Tags: Tourbericht, Warm durch die Nacht, Stadt essen, Suppenfahrrad, Bollerwagen, Ehrenamt, bevölkerungsschutz, Spontanhelfer


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