Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 01.09.2015

Als habe er einen eigenen Kalender, begann der Herbst termingerecht und es regnete bis kurz vor Tourbeginn, sodass wir ein wenig die Luft an hielten, ob es wieder so nass würde, wie bei der letzten Tour.
Doch dann hellte es sich zum Glück auf und wir bereiteten alles vor, trockneten noch die letzten Sachen, die noch von der Vortour nass waren und packten wohlweißlich schon mal wärmere Kleidung ein, denn die kommende Nacht sollte schon sehr frisch werden. Ingrid holte noch einen Schlafsack aus dem Lager, damit wir im Notfall jemanden für die Nacht ausrüsten könnten.
Als alles gerichtet war, eilten wir zum Nord, wo kurz darauf auch schon Micha uns die Spende von der Försterbäckerei brachte.
Wir lernten Benjamin kennen, der bei FB auf uns aufmerksam geworden war und nun das Ganze sich „mal ansehen“ wollte. Aus diesem „mal Ansehen“ wurde eine tolle Unterstützung und Mitarbeit während der gesamten Tour. Zu unserer großen Freude ist er inzwischen Gruppenmitglied und wir hoffen, dass er uns in Zukunft oft begleiten und unterstützen kann.
Irgendwie wollte diesmal unsere Suppe nicht schnell heiß werden, sodass wir eine ganze Zeit uns auf dem Platz vor dem Nord aufhalten mussten, bis wir die ersten Leute endlich versorgen konnten.
Das gab uns die Gelegenheit, einigen Leute schon einmal mit Gebäck, Kleidung und Kaffee zu geben. Als dann endlich auch die heiße Suppe verteilt war, gingen wir weiter zur Marktkirche.
Dort trafen wir unseren P. zum ersten Mal nach seinem Krankenhausaufenthalt wieder. Er machte einen sehr bedrückten Eindruck und war gerade im Gespräch mit einem Pater vom Dom, der sich ebenfalls sehr um ihn bemüht. Auch wir kamen mit diesem Pater ins Gespräch. Er wusste wohl darum, dass wir da ebenfalls am Ball sind und äußerte, er sei zunächst skeptisch gewesen, als er gehört habe, „Essen packt an!“ kümmere sich ebenfalls um P. Diese Skepsis konnten wir ihm im Gespräch dann aber wohl nehmen und er war ganz dankbar über die Infos, die er von uns P. betreffend bekam. Er will sich weiter stark machen für eine Perspektive für P.
Mich persönlich hat diese Begegnung beeindruckt: ein Pater, der in den Abendstunden, wie wir, nach den Leuten schaut und sich speziell um „Sorgenkinder“ besonders bemüht. Man merkte im Gespräch, dass ihm P. am Herzen liegt. Und mich freut, dass nicht nur wir den besonderen Bedarf in den Abendstunden erkannt haben. Noch ein Beweis, dass Streetworker gebraucht werden!
Wir konnten einige Leute mit warmer Kleidung versorgen und auch der vorsorglich eingepackte Schlafsack fand schnell einen Abnehmer.
Nachdem wir an der Marktkirche alle versorgt hatten, zogen wir weiter. Am Dom trafen wir niemanden an, also zogen wir gleich weiter zur Post. Auch hier spürten wir, dass Monatsanfang war und deutlich weniger Leute da waren, als sonst. Außerdem hatte hier kurz vorher eine Friedenskundgebung stattgefunden, wodurch sich unsere Leute wohl schon früh zurückgezogen hatten.
Wir verteilten die letzten

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 20.08.2015

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Und es  war doch schon einiges aufgebaut für „Essen Original“ am Wochenende, sodass der Platz vor dem Café Nord, wo wir sonst immer die Tour starten bereits abgesperrt war. Auf der dortigen Bühne lief bereits der erste Soundcheck mit dermaßen aufgedrehten Bässen, dass sie in die Magengrube fuhren.
Also mussten wir um den Platz herum ein Stückchen weiter hoch vor die Kirche und hofften, dass uns sowohl unsere Bedürftigen, wie auch weitere Tourengänger dort auch finden.
Und schon bald standen die ersten Hungrigen am Suppenfahrrad, mussten sich dann aber noch eine Zeit gedulden, da die Suppe noch nicht heiß genug war. Dadurch war Zeit für Gespräche.
J. erzählte von seinen Plänen, am Wochenende bestimmte Bands hören zu wollen und dass er sich vorgenommen habe, möglichst früh dort hinzugehen, um auf jeden Fall auf den Platz vor dem Nord zu gelangen. Eigentlich klasse, dass unsere Leute wenigstens jetzt mal die Möglichkeit haben, kostenlos ein Live-Konzert zu erleben! Ganz nebenbei erwähnte J. dann, dass man ihm seinen Rucksack mit Geld und sämtlichen Papieren gestohlen habe. Er müsse das dann noch bei der Polizei anzeigen. Auf unseren Rat, das unbedingt schnellstmöglich zu tun, erklärte er sich bereit, nach dem Essen ein Stück mit uns zu gehen um dann zur Polizeiwache zu gehen. Es verschlug uns aber fast die Sprache, als sich dann im weiteren Gespräch herausstellte, dass der Diebstahl schon in der letzten Woche geschehen war und J. noch nichts unternommen hatte. Da wir noch auf die Gebäcklieferung durch Micha warten mussten, versorgten wir J. erst mal mit Suppe und konnten ihm sogar einen kleinen Rucksack geben.
Während wir noch weitere Leute versorgten, nun auch mit Gebäck, kam das marokkanisch/ungarische Paar, das schon bei der letzten Tour Rat bei uns gesucht hatte. Zum Glück ware

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 14.08.2015

Es war wieder eine Tour mit allen Facetten: Zeitdruck (wie meistens), Pannen (wie des Öfteren), Begegnungen, Gespräche, Geben und Nehmen, Erfreuliches, Erschütterndes, Überraschungen und, wie stets,  „Anpacken!“
Davon konnte sich dann auch gleich zu Beginn Oberbürgermeister-Kandidatin vom  Bündnis 90 / Die Grünen Gönül Eglence, die uns bei dieser Tour begleitete, einen Eindruck machen. Denn als sie zu uns stieß, waren wir mitten in den Vorbereitungen für die Tour und stellten dann plötzlich fest, dass unser Suppenfahrrad eine Reifenpanne hatte. Nun galt es, schnellstens eine Lösung zu finden, denn im Cafe Nord wartete bereits eine fertig gekochte Suppe auf uns. Wir bewiesen mal wieder Frauenpower, hievten gemeinsam mit Gönül das schwere Fahrrad hoch, klemmten Gehwegplatten darunter, denn unser Wagenheber war leider nicht zur Hand, und bauten schnell das Rad ab, mit dem dann Ingrid zügig noch vor Ladenschluss in einen Fahrradladen lief, um es dort flicken zu lassen.
Und tatsächlich gelang es uns noch, alles wieder in Ordnung zu bringen, so dass die Tour mit etwas Verspätung endlich beginnen konnte. In dem Moment gehörte Gönül Eglence bereits zum Tourenteam und packte überall mit an. Wir hatten so viel Gepäck dabei, dass wir wieder mit einem ganzen Konvoi loszogen: Suppenfahrrad, 2 Bollerwagen, 2 Hackenporsche und einige Rucksäcke.
Am Café Nord standen schon viele Helfer, andere stießen später dazu und am Ende der Tour stellten wir fest, dass sage und schreibe 17 (!!!) Leute dieses Mal die Tour unterstützt haben. Großartig!
Und schon gleich vor dem Nord ging es los:  Suppe austeilen, Brot mit Scheiblettenkäse oder Bananen reichen, Kaffee zubereiten, passende Kleidung oder Schuhe für Einzelne aussuchen und die ersten Gespräche führen.
Nachdem hier alle versorgt waren, zogen wir

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 12.08.2015

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon einmal an einer Tour teilgenommen hätte mit so vielen Teilnehmern. Wir waren tatsächlich zur Stoßzeit 12 Leute!
Aber dann wurde die Tour so heftig, dass es gut war um jede helfende Hand!
Wie immer starteten wir am Cafe Nord, wo uns schon gleich ein neues Tourenmitglied Michael erwartete, der noch gar nicht Mitglied in unserer FB-Gruppe ist, aber über Bekannte informiert war und sich das Ganze einmal angucken wollte. Zu unserer großen Freude war auch wieder Kerstin dabei, deren fachliches Wissen als Krankenschwester später dann noch enorm wichtig werden sollte.
Überraschend viele Männer waren diesmal im Tourenteam:
Famara, der uns wie immer, schon bei der Vorbereitung half, dann aber auch lange mitging, Frank, der eigentlich nur was abholen wollte, uns aber dann zum Glück begleitete und unterstützte, Hendrik, der wohl schon mal Touren mitging, aber auch bis gestern abend nicht zur FB-Gruppe gehörte und Marcel, den wir später noch dazuriefen, weil wir Hilfe und Rat brauchten.
Außerdem gingen mit Cassandra, Sarah, Ayda, Ingrid, Vroni und ich.
Schon am Cafe Nord versorgten wir die ersten Leute. Dort begegnete uns unser junge Pole M., dem man gleich ansah, dass es ihm nicht gut ging. Er hielt sich die Wange vor Zahnschmerzen, zeigte mir dann einen abgebrochenen Zahn  und fragte uns nach einer Tablette, die wir nicht hatten und sowieso nicht hätten geben dürfen. Essen wollte er nichts, aber nahm dann gerne einen Kaffee. Meinen Rat, diesen dieses Mal besser ohne Zucker zu trinken, um nicht noch mehr Schmerzen zu bekommen, nahm er sogar an. So kleinlaut wie gestern habe ich ihn noch nie erlebt. Er ist sonst einer, der ständig fordert und oft laut lamentiert. Seine Freundin A. mit der er bei der letzten Tour noch einen Konflikt gehabt hatte, war wieder an seiner Seite.
Während wir noch dort standen, kam ein junges Paar mit einem Kleinkind auf uns zu. Der Vater steckte uns Münzen zu und sagte uns, das Kleine würde sich nicht trauen, aber

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 08.08.2015

Boah, war das eine Tour! Eine ganz besondere „Mammut“-Tour, bei der es durch ein besonderes Ereignis dann sogar noch zu einem erneuten Gourmet-Erlebnis für unsere Leute kam.
Aber, der Reihe nach:
Schon um 16:30Uhr hatten wir unseren Bollerwagen gerichtet, da wir ja noch einen Termin in der Kreuzeskirche hatten. (  https://www.facebook.com/Essenpacktan/posts/869738189777806 )  Inzwischen richtete Famara das Suppenfahrrad, so dass wir nach unserem Termin dieses Mal dann sogar sehr früh um 17:30 Uhr aufbrachen.
Wenige Minuten später konnten wir dann schon die ersten hungrigen Menschen am Nord versorgen.
Wieder war die Freude groß, als wir zum Nachtisch süßes Gebäck und Kaffee anboten.
Unserem R. konnten wir dort nun endlich eine neue Jeans geben, die wir extra für ihn zurückgelegt hatten. Als er auch noch ein passendes T-Shirt bekam, war er regelrecht begeistert. Weitere Leute versorgten wir mit Kleidung und Schuhen.
Unser junge Pole M., dem wir in letzter Zeit deutliche Grenzen gesetzt hatten, da er bei jeder Tour immer mehr von uns gefordert hatte, lief barfuß und seine Freundin A. erklärte uns, er habe sich in seinen Schuhen Blasen gelaufen und könne sie deshalb nicht tragen. Wir hofften, dass wir ihm mit ein paar leichteren Leinenschuhen helfen könnten. Trotz unserer Bedenken, dass diese zu klein sein könnten, nahm er ein Paar, welches er uns aber wenige Minuten später doch wieder zurückbrachte.
Unsere Befürchtung hatte sich nämlich bestätigt, sie waren ihm zu eng. Aber er hat dazugelernt. Früher hätte er sie dennoch behalten und dann vielleicht irgendwo entsorgt. Inzwischen scheint er verstanden zu haben, dass wir viele Leute betreuen und vielleicht noch jemanden anderen damit versorgen können.
Während wir noch am Nord standen, kam plötzlich ein Anruf aus der Kreuzeskirche, wo wir am Nachmittag Schwester Brigitta Schröder zum Geburtstag überrascht hatten (wir berichteten):
es sei so viel übrig vom Catering und wir sollten es holen, um auch damit unsere Leute versorgen zu können.
Also teilten wir uns auf und

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 05.08.2015

Diesmal wurde es eine regelrechte „Naschtour“, denn wir hatten eine ganz großzügige Spende von der Bäckerei Förster erhalten. Neben Brötchen und Brot gab es dieses Mal ganz viel Kuchen und sehr leckere Teilchen mit Obst, Pudding oder Schokolade. Das war für uns ein tolles Gefühl, zu starten mit dem Wissen, unsere Lieben nach der Suppe noch mit einem süßen Nachtisch überraschen zu können.
Wir wussten, dass Micha dieses Gebäck um 18:30 Uhr bringt und verweilten deshalb länger als sonst auf dem Viehofer Platz. Dadurch, dass unser Tourmitglied Michael uns genialerweise auch Brötchen mitgebracht hatte, konnten wir nun bereits diese mit Suppe ausgeben. Inzwischen besorgten wir das Wasser für Kaffee und Tee. Während wir noch auf Michael warteten, wurden wir Zeuge, wie 5 Meter neben uns ein Dealer Drogen an den Mann brachte. Es schien ihn überhaupt nicht zu stören, dass wir ihn dabei beobachteten. Das hat uns ziemlich erschüttert.
Rund ums Suppenfahrrad war dann auch schnell eine Menge los und es wurde schnell aufregend und unruhig.
Wir hatten A. bereits gesehen, wie sie am Brunnen ihre Kleidung auswusch. Nun kam sie zu uns an den Bollerwagen und fragte nach einer Hose. Während wir noch danach suchten, entdeckte sie eine Jacke auf dem Wagen, die sie auch noch haben wollte. Es folgte noch eine lange Wunschliste und ihre Stimme wurde dabei immer lauter und fordernder. Unaufhörlich schilderte sie laut, welche Probleme sie gerade hat. So haben

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 31.07.2015

Zum Monatswechsel rechnen wir immer mit weniger Leuten. Bei Vielen hat es dann Geld gegeben und sie scheinen dann nicht ganz so auf unsere Hilfe angewiesen zu sein. Aber uns war schon vor Tourbeginn bewusst: die Menschen, denen wir dieses Mal begegnen, das sind die, die durch jedes Sozialnetz fallen und deshalb besonders bedürftig sind.
Und so wurde es eine ganz besondere Tour mit ganz besonderen Menschen und ihren Schicksalen.
Für diese Tour bekamen wir frische Suppe aus dem Café Nord, so dass wir vorher eigentlich nur das Fahrrad und den Bollerwagen richten mussten, was allerdings dann doch aufwändiger wurde, als gedacht, dadurch, dass der Regen der letzten Tage unser Suppenfahrrad, trotz Plane, völlig unter Wasser gesetzt hatte. So mussten wir es dann doch nochmal auseinandernehmen, um alle Behälter trockenzulegen.  Eiligst packten wir dann Kleidung und Schuhe, Hundefutter und Hygieneartikel auf unseren Wagen und Famara füllte die Wärmebehälter mit Wasser auf. So kamen wir gerade noch rechtzeitig, um die köstliche Gemüsesuppe aus dem Nord abzuholen. Dort trafen wir den Rest des Teams und füllten Hackenporsche, Rucksäcke und die Seitenkörbe unseres Bollerwagens mit den Bäckerei-Spenden und mit Äpfeln. Schon gleich vor Ort konnten wir dann die ersten Portionen ausgeben, dadurch, dass die Suppe ja direkt heiß eingefüllt worden war.
Wir liefen weiter zur Marktkirche und wurden von zwei Männern, die dort auf der Treppe saßen laut und freudig begrüßt: „Seid gegrüßt und herzlich willkommen, ihr Engel!“ Direkt erhoben sie sich, kamen zu uns und ließen sich versorgen. Auch unser S., der inzwischen eine Wohnung hat, freute sich, uns zu sehen. Er ist weiterhin täglich in der Stadt .  „Ich muss ja arbeiten!“ so sagte er uns und wies auf den Becher in seiner Hand, mit dem er versucht, von Passanten Geld zu bekommen.
Mit Genuss aß er unsere Suppe, und als er mitbekam, dass wir Andere mit Kleidung versorgten, fragte er, ob wir nicht auch für ihn weitere schwarze Shirts oder Hosen hätten. Da wir ihn aber in letzter Zeit häufiger Kleidung gaben  und er dadurch eigentlich gut ausgestattet  sein müsste, erklärten wir ihm, dass wir jetzt auch andere Menschen versorgen müssten. Das sah er schließlich ein und war zufrieden mit ein Paar Socken und einem Paket Taschentücher, um das er uns bat. Gleich darauf tadelte er einen anderen jungen Mann, der die Suppe von uns einfach hatte stehen lassen, da sie ihm nicht schmeckte. Das ist typisch S.  Man kann ihm gar nicht böse sein, nein, eigentlich muss man immer ein wenig schmunzeln, ein lustiger Kerl, manchmal wie ein kleiner Junge. Später sollte es noch zu einer weiteren lustigen Begegnung mit ihm kommen.
Dann machte mich plötzlich  Vroni auf einen Mann aufmerksam, der bei ihr am Suppenrad stand, tränenüberströmt. Seine Mutter war gestorben und er verzweifelt. Nur mühsam unter Schluchzen erzählte er dann, dass er wohl am Sterbebett gesessen hat. Das Gespräch war ein wenig schwierig, da er auch stark alkoholisiert war. Nach und nach bekam ich heraus, dass sie in Köln beerdigt wurde und er nun keine Möglichkeit hat, ihr Grab zu besuchen, da ihm das Fahrgeld fehlt. Als ich ihn trösten wollte, krallt er sich plötzlich

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 25.07.2015

Eine Tour mit Hindernissen würde es werden, das war uns schon vorher klar.
Eine Openair-Großveranstaltung vor dem Café Nord und das angekündigte Unwetter mit Sturm und Starkregen bereiteten uns schon im Vorhinein Sorgen.  Lange haben wir überlegt, ob wir es überhaupt wagen könnten, mit dem Suppenfahrrad loszuziehen, oder ob der Sturm es uns unmöglich machen würde, das schwere Fahrzeug überhaupt durch die City zu schieben.
Mutig haben wir uns dann dafür entschieden und bei der Ankunft in der Innenstadt wurde dann auch sehr schnell deutlich, dass der Treffpunkt Café Nord dieses Mal nicht in Frage kommt. Schon im Vorbeifahren war eine riesige schwarzgekleidete Menschenmenge zu sehen, da wäre für uns kein Durchkommen möglich gewesen.
Also schoben wir  Rad und den Bollerwagen etwas mühsam durch die Seitenstraßen, um wenigstens in die Nähe des Treffpunktes zu kommen, denn dort erwarteten uns alle übrigen Tourengänger und Vroni und Michael mit der großzügigen Brot-  und Gebäckspende und eigentlich waren wir dort noch mit einer Spenderin verabredet.
Und schon gleich hier der erste Notfall: A. stand dort völlig durchgefroren, hatte in diesen Menschenmassen ihren Bekannten verloren, der alle ihre Sachen hatte. Dadurch, dass der Tag ja noch relativ warm begonnen hatte, war sie nur leicht bekleidet und stand nun da, durchnässt und zitternd. Schnell

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 15.07.2015

Dieses Mal wird es mir nicht gelingen, alle besonderen Momente, die wir erlebt haben, hier niederzuschreiben. Es waren so viele!
Ganz intensive Begegnungen mit sehr tiefgreifenden Gesprächen zeigen uns, dass die Ofw’ler uns inzwischen als Bezugs-und Vertrauenspersonen sehen, und deshalb soll einiges hier nicht wiedergegeben werden, da man es uns unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraute.
Aber es gab auch vieles, was uns sehr bewegt oder gefreut hat und daran wollen wir euch teilhaben lassen.
Wir starteten mit einem gut bestückten Bollerwagen, dadurch, dass wir viele tolle Kleiderspenden erhielten und am letzten Samstag alles gut sortiert und damit die Tour perfekt vorbereitet hatten.
Natürlich war auch unser Suppenfahrrad wieder mit dabei. Es gab leckere Erbsensuppe mit Würstchen oder als Alternative Nudel-Tomatentopf.
Schon gleich am Café Nord konnten wir einige Männer mit Shirts, Hosen , Unterwäsche und Socken erfreuen. Durch das doch etwas feuchte Wetter waren auch die Regenjacken gleich weitergereicht. Die drei Baseballkappen, die auf dem Wagen lagen, fanden auch sofort begeisterte Abnehmer. Hungrig warteten sie, bis unsere Suppe heiß genug war und aßen dann mit großem Appetit. Und sie waren sooo dankbar!
Wir erfuhren, dass Polizei und Ordnungsamt heute energisch durchgegriffen  und etliche Platzverbote erteilt hätten. So fürchteten wir schon, unsere Leute gar nicht zu treffen.  Aber es spricht sich schnell herum, wenn wir kommen. Der Eine sagt dem Anderen Bescheid oder gibt uns den Tipp, wo wir sie finden.
Wir trafen J. , den wir seit drei Wochen

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 10.07.2015

Es ist längst Routine: ab 17 Uhr Suppenfahrrad richten, Bollerwagen beladen, diesmal mit toller Sommerkleidung für Damen, für Männer einige Hosen, eine Isomatte, und dann das Brot, Äpfeln  und alle Utensilien für Kaffee oder Tee.  Wegen der Umstrukturierung unseres Lagers nahmen wir jetzt nur gezielt die Kleidung mit, die wir Einzelnen versprochen hatten. Ab nächste Woche sind wir wieder besser sortiert und können auch unsere Männer hoffentlich wieder besser versorgen.
Schon am Nord kam R., dem wir endlich eine neue Hose reichen konnten. Zwar hatte er vor einiger Zeit von uns eine erhalten, es stellte sich dann aber heraus, dass diese kaputt war. „Die Neue zieh ich aber erst morgen früh nach dem Duschen an“ sagte er und freute sich dann auch noch über eine Baseballkappe, die er von uns bekam.
Dann zogen wir los Richtung Marktkirche. In der City herrschte noch viel Einkaufsbetrieb und zunächst schien es so, dass unsere Leute gar nicht vor Ort wären. Wir stationierten Rad und Bollerwagen und ich ging Richtung Kennedyplatz und tatsächlich, dort saßen die uns Bekannte Gruppe junger Punks. Als ich sie einlud, zum Rad zu kommen, freuten sie sich. Ich war schon auf dem Rückweg, da hörte ich ein „Ey!“ Als ich mich umdrehte, strahlte mich eins der jungen Mädchen an und zeigte mir mit beiden Händen ein „Like“.  Schnell kamen sie dann, aßen Suppe und freuten sich besonders über die Äpfel.
Dann ging es weiter zum Dom. Vom Burgplatz aus  kamen sie dann doch alle, hungrig, durstig und erfreut, uns zu sehen. Emsig verteilten wir Suppen, Brotpäckchen, Scheibletten-Käse und Obst.
Ein Stückchen weiter trafen wir dann N. mit ihrem blinden kleinen Hund. Gleich teilten wir ihr mit, dass wir diesmal viele Kleidungsstücke dabei hätten, die für sie passend sein könnten. Eine ganz besondere Freude konnten wir ihr mit einer sehr schicken Jeansjacke machen. Sie probierte sie gleich an, führte sie uns vor und fragte, ob sie ihr stünde. Und wirklich, sie sah richtig gut darin aus, was wir ihr auch deutlich sagten. Zusätzlich freute sie sich über einige Shirts und Hosen. So konnten wir sie, auch dank der Spende eines EPA-Mitgliedes aus Burgaltendorf in der letzten Woche richtig gut ausstatten und sie hat sich riesig gefreut. Selbstverständlich wurde sie, und natürlich auch ihr Hund dann noch mit Essen bzw. Futter versorgt.
Früher, als sonst, kamen wir zur Post und waren einen Moment lang selbst erstaunt, wie viele Leute wir in der kurzen Zeit bereits versorgt hatten. Hier fanden dann auch die letzten Kleidungsstücke dankbare Abnehmer. Alle nahmen freudig Suppe, Brot, Käsescheiben und Obst.
Als ich einem jungen Mann die Suppe reichen will, sagt er: „Moment, erst den Rucksack zumachen, da ist schließlich mein ganzes Leben drin.“ Oh ja, man muss es sich immer wieder deutlich machen: sie haben ihren gesamten Besitz in einem Rucksack.
Einen Herrn mussten wir dann einmal bremsen, als er sich am Bollerwagen selbst bediente. Denn wir möchten selbst auspacken und anreichen. Als wir ihm dies deutlich sagten, war er ein wenig eingeschnappt, Suppe nahm er dann aber trotzdem und setzte sich damit ein wenig abseits.
Eine junge Frau, J. fragte nach einem Schlafsack, den wir diesmal nicht dabei hatten. Wir versprachen ihr, ihn bei nächster Gelegenheit mitzubringen und ihr zu geben oder ihn beim Ofw’ler  A. zu deponieren, der für die meisten in der City Vertrauter und Freund ist, sich um ihre Angelegenheiten kümmert und auf ihre Sachen achtet.
Und dann war plötzlich alles verteilt und die Suppe leer. Aber der Gesprächsbedarf einiger war sehr groß. So unterhielten wir uns, während wir schon begannen, das Suppenfahrrad zu reinigen.
Immer wieder fragen Ofw’ler, warum wir das tun. Und die, die es wissen, betonen immer wieder, dass wir privat und ehrenamtlich aktiv für sie sind. Und gestern wurde mir bewußt, warum sie uns so viel Vertrauen schenken:  weil sie wissen, dass wir es tun, weil wir es wollen, nicht, weil es irgendein Job ist. Sie wissen, es geht uns um sie. Und es ist schön, wie sie das anerkennen, immer wieder.
Die Krönung war, als ich einem die Suppe reichte und er zu mir strahlend sagte: „Danke schön, Mietze!“ Ja, selbst Kosenamen kriegen wir jetzt schon von ihnen.
Fasziniert hat mich wieder mal Rubito, unser gemeinsames Hobby Musik ist bei jedem Treffen Thema. Gestern zeigte er mir, wie viele Noten er als PDF-Datei auf seinem Handy hat.
Nachdem wir Bollerwagen und Suppenfahrrad zurück zum Standort gebracht hatten, fuhren wir noch einige Sachen zum Lager. Da es noch nicht so spät war, wie sonst, entschlossen wir uns kurzerhand, noch einen Schlafsack mitzunehmen und ihn eben noch zu J. zu bringen. Am Dom saß A. und nahm in für sie an. So hatten wir an diesem Abend doch noch alle Wünsche erfüllen können.
Man fährt dann müde und zufrieden nach Hause, aber denkt noch über manches Gespräch und manche Begegnung nach. Abends ging mir M. nicht aus dem Kopf. Im Gespräch kam heraus, dass er in den 70ern Abitur am Helmholz-Gymnasium gemacht hat. Wie mag sein Leben gelaufen sein, dass er nun wohnungslos in der City lebt? Er teilte uns mit, dass er nun zu seiner Schwester ziehen würde, daran können wir aber alle noch nicht so recht glauben, obwohl wir es ihm so wünschen würden.
Es sind interessante und liebenswerte Menschen, die man jeden Abend trifft, und sie sind eben so unterschiedlich, dass es immer wieder spannend ist.

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