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Warm durch die Nacht - Tourbericht 02.09.2017 von Sandra

süßen Teilchen und den Brötchen vom Bäcker Peter sowie einem üppigen Tablett mit Keksen von Exquisit Cocktails wartete also heute ein großer Festschmaus auf die Bedürftigen! Unser herzlicher Dank dafür geht an unsere zuverlässigen Partner, die uns so wunderbar und regelmäßig mit den Speisen versorgen!
Petra konnte zwar heute nicht mit auf Tour gehen, war aber vorher schon extra ins Lager gefahren, um eine Flasche heißgeliebtes Maggi, Hygieneartikel und vor allem einen großen Rucksack mit einer Komplettausstattung für die junge OFWlerin M. vorbeizubringen. Unser Trupp hatte M. letzte Woche getroffen und so von ihrem dringenden Bedarf erfahren und so hofften wir, dass wir sie heute finden würden, um ihr den Rucksack zu übergeben.
In der Zwischenzeit traf auch Daniel Kerekeš von den DIE LINKE. Essen mit seinem Teamkollegen Hanna und Marc ein, um uns auf unserer Tour zu begleiten und sich einen Eindruck von unserer Arbeit zu verschaffen. Er bekam natürlich gleich eine EPA-Weste und dann den Hygienewagen in die Hand gedrückt, den er dann die gesamte Tour über betreute. Ein letzter Blick in meine Wetter-App ließ mich hoffen, dass es heute nicht mehr regnen würde, aber leider sollte die App irren. Gleich nach Ankunft an unserer ersten Station an der Gertrudiskirche stellten wir fest, dass wir die Löffel vergessen hatten. Assaad lief dann gleich los, um welche zu besorgen und unsere Gäste warteten geduldig, bis es endlich mit der Essenausgabe losgehen konnte. Und das war bestimmt gar nicht einfach, denn der Duft des Eintopfes ließ einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen!

Über uns wurde der Himmel immer dunkler und natürlich fing es dann doch an zu regnen. Und zwar ordentlich! Eine Weile hielten wir die Stellung, in der Hoffnung, es sei nur ein kurzer Schauer. Aber dann wurde der Regen immer stärker und wir zogen doch schnell unter das Vordach von Lampen Kaiser um, wo wir in Ruhe und Trockenheit mit der Ausgabe fortfahren konnten. Es kamen reichlich Gäste, die sich das gute Essen und die süßen Teilchen schmecken ließen. Alle Helfer hatten gut zu tun und unter dem Vordach herrschte ein gemütliches Durcheinander aus Tourgängern und Gästen. Irgendwann ließ dann auch der Regen nach und wir zogen weiter zu unserer zweiten Station neben Toskani. Auch hier hatten wir viele Gäste und bekamen auch Besuch von anderen EPAlanern, wie z.B. Siamand, worüber wir uns freuten. Einige Passanten erbaten sich Informationen über unsere Arbeiten und steckten uns Spenden zu. Dieser Teil unserer Arbeit auf Tour ist uns auch immer sehr wichtig, denn wir möchten ja gerne neue EPAlaner gewinnen und auch Spenden sind natürlich von großer Bedeutung für uns, ohne beides geht es nicht.
So ist auch Andrew, der an diesem Tag das erste Mal dabei war, zu uns gekommen: Beim Einkaufen waren ihm wieder einmal die vielen Obdachlosen und Zeitungsverkäufer aufgefallen und er nahm sich vor, sich mit diesem Thema mal genauer auseinanderzusetzen. Gesagt, getan, seine Recherche führte ihn noch am selben Tag zu uns und seinem ersten Einsatz als Tourgänger. Das fanden wir super und hoffen, Andrew demnächst wieder dabei zu haben.
Auch meine Freundin Claudia kam vorbei und schloss sich unserem Trupp für eine Weile an, um mal zu schauen, was ich da immer so mache. Patrick und Frank kamen als Freunde von Markus C. zur heutigen Tour dazu und haben auch gleich mit angepackt. Über den Besuch von Freunden und Familienmitglieder freuen wir uns immer sehr. So ein Ehrenamt nimmt ja doch viel Zeit in Anspruch und ist häufig Thema in Gesprächen, da ist man sehr dankbar für das Verständnis und Interesse seiner Lieben.
Weiter ging es dann zur dritten und letzten Station am Hauptbahnhof. Auch hier trafen wir auf viele Gäste. Eine davon war K., die zu unseren Stammgästen gehört. Ich gab ihr die benötigten Hygieneprodukte, nur einen Schal hatten wir leider nicht dabei, so dass ich sie auf das nächste Mal vertrösten musste. Zum Dank reichte sie mir ein „goldenes Buch“, das sie bei sich trug und betonte mehrmals, dass sie es mir schenken wolle, weil wir immer so gut zu ihr seien. Ich musste versprechen, es nicht wegzulegen. Das Versprechen gab ich ihr und sie zog weiter. Bei genauerer Betrachtung stellte sich das „goldene Buch“ als Katalog eines edlen Designmöbelherstellers heraus. Auf dem goldenen Umschlag stand: No One Lives Like You. Niemand lebt wie du. Da ist es mir doch ein wenig schwer ums Herz geworden. Was geht der alten Dame durch den Kopf, wenn sie einen solchen Katalog durchblättert, der eine Welt anpreist, die so unfassbar weit von ihrer eigenen entfernt ist?
Unsere Touren sind oft fröhlich, aber immer wieder erleben wir natürlich auch solche Situationen. Oder Gespräche, die uns tiefe Einblicke in die triste und manchmal auch verzweifelte Lebensrealität unserer Gäste geben. Das lässt keinen von uns unberührt und motiviert immer wieder aufs Neue.
Am Hauptbahnhof verabschiedete ich mich von der Gruppe, die dann ihren Rückweg zur Garage antrat. Leider trafen wir M. nicht während der Tour, um ihr den gepackten Rucksack zu überreichen. Glücklicherweise wussten aber Markus P., Simone und Michael, wo sie zu finden ist und so wurde ihr die Ausstattung auf einem kleinen Umweg vorbeigebracht, worüber sie sich besonders gefreut hat.
Vielen Dank an Adham, Andre, Andrew, Assaad, Christian, Cristina, Daniel, Frank, Guddi, Hanna, Hotti, Khalaf, Marc, Markus C. und P., Martin, Michael, Mustafa, Nadine, Patrick und last aber sicherlich not least Simone für die schöne Tour!


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